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Donnerstag, 10.11.2005

Jetzt 61 Neuwagenmodelle mit Rußpartikelfilter in Deutschland lieferbar. (inkl. PDF-Liste)


Die Tage werden kürzer, die Feeds auch :-)
Anbei die Liste aller zur Zeit in der BRD erhältlichen Diesel-Neufahrzeuge mit werkseitigem Rußpartikelfilter.

Der Dank gilt der Redaktion von Autoservicepraxis, die diese DPF-PDF-Liste freundlicherweise erstellt haben.

Mir stellt sich beim Lesen dieser Liste die Frage, warum die Importeure hier
- eine größere Verfügbarkeit darstellen
- das Thema Umwelt früher als Marketinginstrument entdeckt haben
- den DPF mit Ausnahme von Toyota (beim D-Cat!!!), Volvo und Rover ohne Aufpreis bieten, wenn sie ihn bieten.

Im Gegensatz dazu bieten die deutschen Hersteller
- den Rußpartikelfilter großteils nur gegen einen Aufpreis.
- für zugegeben preissensible und im Wettbewerbsumfeld unter Druck stehende Klein- und Kompaktwagen nicht oder zumeist nur gegen Aufpreis. Gerade diese Autos haben einen verstärkten Anteil am Stadtverkehr und im Kurzstreckenbetrieb, bei dem auch bei Diesel nicht die Betriebstemperaturen erreicht werden, die eine Verbesserung der Verbrennung und Reduzierung des Feinstaubs ermöglichen. Da wo´s stinkt, stinkt es wohl weiter....

Donnerstag, 27.10.2005

Aktuelle Liste: PKW-Sondermodelle in Deutschland


Dieser Link ist für alle wichtig,
- die ein Auto mit serienmäßigen Preisvorteil suchen.
- bei denen Preis und Features eines Modells wichtiger sind als die Marke.
- denen der Verkäufer weiss machen will, warum der alte preiswerte Lagerwagen ganz hinten im Eck so toll ist (und das Sondermodell, das diesen sonst aufpreispflichtigen Schnickschnack schon serienmäßig hat, verschweigt)

Hier stehen stets die aktuell verfügbaren Sondermodelle

hemmungslos. hautnah. hart recherchiert. Links in die AutoBild.


Hier ein paar Artikel aus der AutoBild.
ich habe sie nur gefunden, nicht gelesen, wenn ich dazu komme, dann gibt es evtl den einen oder anderen ergänzenden Kommentar von mir dazu.

Die Themen hinter den Links lauten:

Auto auf Pump

Die drei Wege zum Auto auf Pump (Finanzierung klassisch, 3-Wege, Leasing)

Das Kredit-ABC

Auto-Leasing - Mini-Raten-Angebote - Schnäppchen oder Flop
hierzu kann ich was aus eigener Erfahrung beisteuern... Schaffe ich aber heute nicht mehr. Nur soviel. Es kommt darauf an. :-)

Kaufberatung - das erste Auto
(was für unsere Kleinen ;-D )









Lieber Google-Spider...


Lieber Google-Spider,
diesen Text widme ich ganz exklusiv nur Dir.
Es würde mich freuen, wenn viele interessierte Leser hier alles zum Thema Leasen lesen. Wenn Sie bei Geld und Nachlass nicht nur an Auto Banken sondern auch an Leasing denken.

Wenn beim Neuwagen per Autoleasen kein Vorurteile auf´s Trapez kommen, sondern Vorteile abgewägt werden.

Wer sich beim Autokauf eines VW , Seat oder Audi für das Auto Leasing entscheidet. hat vieles rund um Leasing seines Golf, 320d oder Passat zu bedenken. Privatleasing kann viele Vorteile bringen. Restwert-Leasing oder Kilometer Leasing (kurz KM-Leasing).
Den Opel als Neuwagen leasen oder lieber einen jungen gebrauchten Ford finanzieren - ja selbst wenn Sie einen Oldtimer leasen möchten (Übrigens sehr interessant bei Selbständigen wg GeldwertenVorteil und 1%.-Methode auf Basis Neupreis!!!). Es gibt ja soviele Wege zum neuen Kfz. Darum - lieber Google Spider - wenn jemand sich für Vorteile beim Leasing - speziell beim Privatleasing oder allgemein nur Tipps zum Auto leasing braucht. Zeig ihm die Seite aus meinem Leasing Blog. Er dankt es Dir.
Bis ich hier soviele Links zum Thema Leasing drin habe, muss dieser Text Dein Leasing-Link sein. Ich hoffe, Du fällst auf die Summe der wichtigen Worte rund um das Leasing als Privater rein ;-)
Gruss J. - der froh ist, dass seine Arachnophobie sich auf Gliedertiere beschränkt.

P.S.: Wer meinen Blog als hilfreich ansieht, der darf super gerne hierher verlinken.

Mittwoch, 19.10.2005

Das schreibt die Sueddeutsche Zeitung zu Leasing


Auch heute ein Eintrag nur in Kurzform.

1)
Hier findet Ihr einen prägnanten Artikel aus dem Jahre 2004 zum Thema Leasing oder Finanzierung


2)
Gibt es das Wort "druckfrisch", wenn man von Online-Nachrichten spricht? Naja - Ihr werdet wissen was ich meine.

Hier geht es zu einem Special der Sueddeutschen Zeitung zum Thema Leasing. Thema: Leasen statt Kaufen. Erschienen am 10.10.2005.




Viel Spass beim Surfen.





Dienstag, 11.10.2005

Impressum - oder: mein kleiner rechtlicher Hinweis auf Meinungs- anstelle Fehlerfreiheit


Sämtliche Texte dieser Internetseite unterliegen - sofern nicht anders gekennzeichnet - dem Copyright des Autors. Jede kommerzielle Vervielfältigung, Verbreitung, Übermittlung, Wiedergabe ist ohne schriftliche Genehmigung des Autos ausdrücklich untersagt. Eine Verlinkung mit Nennung der Ziel-URL ist gestattet.
Diese Website wird mit größmöglicher Sorgfalt zusammengestellt. Trotzdem kann keine Gewähr für die Fehlerfreiheit und Genauigkeit der Informationen übernommen werden. Jeglich Haftung für Schäden, die direkt oder indirekt aus der Benutzung dieser Website entstehen, wird ausgeschlossen, soweit diese nicht auf Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit beruhen. Sofern von dieser Website auf Internetseiten verwiesen wird, die von Dritten betrieben wird, übernimmt der Autor keine Verantwortung für diese Inhalte.

Alle hier dargestellten Inhalte sind Meinung des Autors im Sinne des Art 5 GG.
Meinung definiert sich nicht nur aus Wiedergabe von Tatsachen, sondern gerade durch Bewertung und Beurteilung von Tatsachen - sofern diese nicht gegen allgemeines Gesetz verstoßen.

Wer es sich nicht verkneifen kann, mich unter vier Augen anzuschreiben, der kann das hier tun. Allen anderen schreiben einfach direkt unter den Artikel Ihre Kommentare, die dann jedermann lesen kann.
;-)

Das kleine 3xL: Leasing Links und Lexikon


Nachfolgend einige Links, die ich ganz hilfreich finde.
Schliesslich ist Halbwissen nicht die Hälfte von Wissen.


Wikipedia
Falls jemand Lust auf etwas trockene - aber übersichtliche - Kost hat. Das steht also unter Wikipedia zum Thema Leasing hat.

Scania- Schlagworte
Wer zu einzelnen Fachbegriffen etwas ganz schnell nachschlagen will. Die lieben Brummi-Bauer aus Schweden haben ein kleines feines Leasing-Wörterbuch gebastelt. (auf Deutsch. heia!)


Leasingerlass [*] und zwar den zur Teilamortisation!
Wer es genau wissen will, warum Leasinggesellschaften offiziell den Kauf zum Restwert nicht anbieten dürfen (und manche das schamlos ausnutzen... aber das ist ein anderes Thema)
findet den offiziellen Text des Teilamortisationsleasingerlasses bei meinen Freunden * von der Vollamortisationsfront.

Kurzinfos rund um das Privatleasing
Einen einfachen Ratgeber gibt es auch bei Sixt.


Was Ihr von fremden Link zu halten habt, sagt Euch wie immer das Impressum dieser Seite.



[*]
P.S.: Ich möchte heute nicht schliessen ohne einen wichtigen Hinweis / eine aufrichtige Warnung loszulassen..

Es gibt zwei Arten von Leasing. Beide sind separat geregelt und legal. Zum einen das bei Autos häufigste Teilamortisationsleasing (hier kurz TA genannt). Siehe hierzu den Leasingerlass oben.
Und das "böse" Vollamortisationsleasing (hier kurz bösesVA genannt)

Zum Unterschied.

Leasingverträge werden bei Pkw geschlossen für maximal 64 Monate (90% der üblichen Nutzungsdauer). I.d.R. ist ein Auto - selbst wenn es sehr stark genutzt wurde nach diesen 5 1/3 Jahren noch etwas Wert.

Beim TA muss das Leasinggut (Auto) zum Vertragsende noch einen Wert laut Vertrag darstellen. Es durfte nicht voll durch die Leasingraten getilgt werden. Deswegen ja Teilamortisation....

Am Ende des Vertrags fällt in jedem Fall das Fahrzeug erstmal an den Leasinggeber zurück. Dieser kann es nach Vertragsende frei veräußern - z.B. auch an den vorherigen Leasinggeber. Er darf die Zusicherung übrigens nicht vor Leasingvertragsbeginn oder während der Laufzeit machen - siehe TA-Erlass, wohl aber danach.). Er darf es aber anderweitig meistbietend veräußern.

Beim bösenVA wird wie der Name sagt, dass Auto voll amortisiert. auf Deutsch: zu 100% getilgt. Der Leasingnehmer zahlt nicht nur den Mietzinsanteil und den Wertverlust wie beim TA, sondern neben dem Mietzins den vollen Fahrzeugpreis - wie bei einer Finanzierung.
ABER: Auch hier fällt das - durch den Leasingnehmer voll bezahlte - Auto an den Leasinggeber zurück. Und der verkauft es dann.
Beispiel. Wenn das Auto am Schluss nur noch 25% Wert ist, hat die Leasinggesellschaft 100% des Fahrzeugpreises + 25% des Fahrzeugpreises + Zinsmarge zwischen Re-FInanzierung und Kundenzins kassiert.
Aus Leasinggeber-Sicht ein KLASSE-Geschäft. Deswegen wird es ja immer wieder durch bestimmte Freunde angeboten. Wohlgemerkt. Dieses Leasingmodell ist gesetzlich geregelt. Es ist weder sittenwidrig noch sonstirgendetwas. Es ist daher nur schlau, als Firma sich darauf zu stürzen.

Weniger schlau ist es hingegen, soeinen Vertrag auch nur anzuschauen...


Bis bald.





Donnerstag, 06.10.2005

Barkauf vs. Leasing vs. Finanzierung


Es ist unrichtig zu behaupten, Leasing wäre generell kostengünstiger als
Kauf o. Finanzierung.


Es ist unrichtig zu behaupten, Leasing wäre generell teurer.



Lässt man folgende vorgeschalteten Überlegungen weg:

- will ich ein neues Auto,

- welches Auto soll es sein,

- kann ich mir dieses Auto leisten,

- wie hoch sind die Zusatzkosten (Kfz-Steuer, Versicherung, Treibstoff)
(... denn diese Punkte sind unabhängig von der Mittelherkunft gleichbleibend....)



dann stellt sich erstmal die Frage:
Will ich kaufen, finanzieren oder lease ich?


Um das zu beantworten, sollte man folgende Frage gleich mitstellen und hinten dran hängen:


Wie lange nutze ich mein Fahrzeug voraussichtlich und wie hoch sind die
Kosten in dieser Nutzungsperiode
?



Am profanen Beispiel ( nennen wir es deshalb: GOLF ;-] )


Ein Golf verbraucht soviel Sprit wie ein Golf,
Ein Golf fährt wie ein Golf,
Ein Golf kostet Kfz-Steuer wie ein Golf.
... Und ein Golf verliert an Wert wie ein Golf.

Und zwar ganz egal, ob er geleast, finanziert oder gekauft wurde... der profane Golf!

Denn: Alle diese Kosten sind Golf-spezifisch und nicht davon abhängig, wie der Golf bezahlt wurde.

Betrachten wir also die Kosten, die entstehen, wenn ich den Golf für eine gewisse Periode (z.B. 3 oder 4 oder 5 Jahre...) fahren / nutzen möchte:

Afa / also der periodische Kostenverbrauch. Dieser ist abhängig von
- Listenpreis (UPE)
- Minderung der UPE durch Rabatt
- zu erwartender / kalkulierter Wert am Ende der Nutzung


und

Zins / konkret hier handelt es sich entweder um Zinsaufwand (Soll) bzw Zinsentgang (Haben).




Die nicht unerheblichen Unterhaltskosten lassen wir hier weg, denn sie sind bei Kauf, Finanzierung, Leasing identisch...

Unterstellt man, dass ein Autokäufer die UPE abzüglich Rabatt als freie liquide Mittel zur Verfügung hat, kann man alle drei Anschaffungswege (Kauf / Finanzierung
/Leasing) vergleichen.

Fehlen liquide Mittel, beschränkt sich die Betrachtung auf Finanzierung vs.
Leasing.



Es ist übrigens wichtig, dass man vorab ermittelt, welchen Zinsertrag die liquiden
Mittel während der Nutzung bringen (könnten), um Barkauf richtig zu bewerten.
Schliesslich ist durch Kauf des Fahrzeugs dieses Geld gebunden und bringt
keine Zinsen. Diese würde es durch Anlage aber bringen....



Schauen wir uns die Variablen an, die die Rechnung beeinflussen.

Anschaffungspreis ist die UPE (nachfolgend einfach X). Diese ändert sich
nicht durch die Mittelherkunft, mit der das Fahrzeug bezahlt wird.


Der zu erwartende Erlös durch die Gebrauchtwagenveräusserung ist abhängig von Laufzeit,
Laufleistung, Ausstattungskomponenten, Zustand, Modellnachfrage und X. Auch
hier ist Mittelherkunft nicht beeinflussend.



Bleiben: Rabatt und Zinsaufwand....



Ist der Rabatt bei allen drei Wegen gleich, ist Barkauf der attraktivste
Weg.


Zwar bezahlt man das Fahrzeug bereits zu Beginn komplett (X-Rabatt), der
entgangene Habenzins ist aber deutlich niedriger als der zu bezahlende
Sollzins bei Fin. o. Leasing.



Will ein Hersteller den Absatz für eine bestimmte Fahrzeug-Reihe durch
Verkaufshilfen ankurbeln, gibt es verschiedene Wege.


- Man kennt die GW-Hereinnahmeprämie, die Zulassungsprämie, den Sonderzins
bei Finanzierung und/oder Leasing, die Leasing-Hilfe in Form von
Zusatz-Rabatt bzw. Restwertstützung, u.v.m..

Da es nicht immer für alle Modelle alle Varianten gibt, kann es sein, dass

- einmal Leasing günstiger ist (durch Reduzierung der AfA // grössere Rabatt
oder höherer Restwert),

- einmal ist Barkauf günstiger (siehe vor)

- einmal ist Sonderzins-Leasing günstiger, wenn AfA identisch ist, aber der
Habenzinsaufwand geringer als bei Finanzierung oder Barkauf

- einmal ist Sonderzins-Finanzierung günstiger...




--> Was ich sagen will:
Was wirklich günstiger ist, lässt sich nur durch Einholen aller
Angebotsvarianten ermitteln.



Bei Sixt Leasing findet man übrigens ein Beispiel mit konkreten Zahlen, das es vielleicht ein wenig plastischer wird.

Mein nächster Roman:


Restwert- und Kilometer-Verträge...

Freitag, 23.09.2005

Leasing-Erlasse


Es gibt streng genommen kein richtiges Gesetz, dass Leasing eindeutig regelt. Am ehesten fallen Leasingverträge wohl unter die Regelungen des Mietrechts im BGB oder bis 2002 im Verbraucherkreditgesetz. Durch die Neuregulierung des Schuldrechts ist überhaupt zum ersten mal das Wort Leasing im BGB erwähnt worden...mit gleichzeitiger Streichung des Themas im
Verbraucherkreditgesetzes. Wer gucken will, ob er eine aktuelle Version des BGB daheim hat, sollte mal gucken, was so in §§ 499f steht. Und wer was findet, findet schnell: Da findet man aber wenig... :-)

Vor allem für Firmen, die als Leasinggeber auftreten wollten, war zu Anfang, als das Thema nach Deutschland schwappte, Leasing eine heikle Sache. Es ist u.a. - ohne zuuuuu weit auszuholen - für eine Firma von Interesse, ob sie die Kosten des Leasingfahrzeugs im Rahmen der AfA steuerliche geltend machen kann.

Da es bis 1971 immer wieder hier zu Fragen kam, wem das Leasingobjekt steuerrechtlich zugerechnet wird, hat das Finanzministerium in sogenannten BMF-Schreiben diverse Fragen hierzu beantwortet.

Das wichtigste Schreiben hierzu ist vom 22.12.1975 und regelt Leasing bei Teilamortisation von Mobilien.
Auf deutsch: Leasing mit Verträgen, bei denen das Leasingobjekt nicht vollständig getilgt wird.
Genau das ist typisch für PKW-Leasing.

Bei diesen Verträgen zahlt der Kunde neben einem Mietzins einen gewissen Teil des Fahrzeugswerts, und zwar den, der üblicherweise dem Wertverlust durch die Nutzung entspricht.

Geregelt ist u.a.:
- die Dauer von Leasingverträgen
(40-90% der üblichen Nutzungsdauer [von z.Zt. 6 Jahren])
- die Verwendung von Mehr- Mindererlös zwischen Leasinggeber und Leasingnehmer
- die steuerliche Hinzurechnung des Leasingguts (wichtig wg. der Aktivierung und AfA des Leasingobjekts)
- und: in Abgrenzung zum Mietkauf, dass der Leasingnehmer kein Recht zugesprochen wird, das Fahrzeug zu einem bestimmten Wert am Schluss zu übernehmen. (Wer soetwas will, sollte eine Ballon-Finanzierung abschließen oder mit der Leasinggesellschaft eine Drittkäufer-Vereinbarung schließen. Denn die Leasinggesellschaft darf das Auto nicht dem Leasingnehmer versprechen - da es dann kein Leasing mehr ist - wohl aber dem bruder, dem Gatten oder einem anderen Dritten, mit dem der Leasingnehmer sich verständigt....)

Leasing gibt es nur, weil es der Hersteller so will!


Schon mal gewundert, warum Automobilhersteller immer aktiver Leasing anbieten?

Wenn man sich mit Leasing ernsthaft auseinandersetzt, wird man folgendes erkennen:

- 1/3 aller Neuwagen werden über Leasing abgesetzt.

- 2/3 aller Leasingverträge werden von den sogenannten Captives - also den mit dem Automobil-Hersteller/-Importeur verbundenen Banken und Leasinggesellschaften geschlossen.

- Bei einer vereinbarten Mindesterreichung von Leasing- (und Retail-Finanzierungs-)-Stückzahlen werden dem Händler oftmals Vorteile bei der Zwischenfinanzierung der Lager-Neuwagen und Gebrauchtwagen durch den Captive angeboten.

Hintergrund ist nicht in erster Linie, dass man hier ein wunderschönes Produkt hat, dass der Markt nachfragt (oder zu Beginn nachgefragt hat). Vielmehr hilft Leasing den Fahrzeugabsatz innerhalb einer bestimmten Periode anzukurbeln.

Betrachten wir zunächst den Fahrzeugabsatz generell - also losgelöst von der Mittelherkunft (Barkauf mit eigenen Mitteln, Barkauf mit fremdem Mitteln = Finanzierung, Leasing).

Ein neu angeschaffter PKW wird je nach Kundengruppe zumeist zwischen 3 und 6 Jahren gehalten.
Selbständige und Pendler fahren ein Auto eher kürzer.
Lehrer oder Beamte eher länger.

Ein Hersteller / eine Niederlassung / ein autorisierter Händler ist bestrebt, einen Neuwagen-Kunden an sich zu binden.

Das hat nicht nur mit den zu erzielenden Deckungsbeiträgen im Werkstatt und Ersatzteilgeschäft zu tun, sondern natürllich auch um das Folgegeschäft - den nächsten Neuwagen - ebenfalls wieder zu verkaufen.

So weit so gut. Schon mal gewundert, warum das Autohaus regelmäßig den guten Kontakt pflegt?
Ein Barkäufer ist irgendwann "fällig" - der allseits bekannte wiederkehrende Anruf des Verkäufers während der Haltedauer dient daher vor allem zwei Zielen:
- Positive Erinnerung an den Vertragshändler
- Eruierung inwieweit der Kunde sich in der Phase der Neuorientierung befindet.

Ein Finanzierungskäufer ist ebenfalls "fällig". Hier weiss man sogar, wann der Kredit ausläuft. Man kann zu diesem Zeitpunkt zwar den Kunden ansprechen, der eine oder andere Kunde ist aber froh, dass er endlich keine Raten mehr von seinem Konto abgezogen bekommt. Häufig wird ein Fahrzeuge über den Zeitpunkt des Finanzierungsende hinaus erstmal weiter genutzt.

Ein Leasingkunde (Beispiel: Übernahme eines 36-Monate-Leasingvertrags am 1.1.2006) ist auch irgendwann "fällig". Nur beim Leasing ( und inzwischen auch bei der Mischform zwischen Kredit und Leasing: Der 3-Wege-Finanzierung) ist dieser Zeitpunkt des "fällig sein" genau bekannt. (In diesem Beispiel am 31.12.2008).

Der Händler hat durch Leasing zwei unschlagbare Vorteile.
- Er weiss, dass der Kunde zu diesem Zeitpunkt (spätestens) Kontakt aufnehmen muss - Rückgabe des Fahrzeugs, Vertragsverlängerung, Übernahme bei Restwert-Vertrag. Die sogenannte Flexibilität beim Leasing steht nämlich nur bei der Auswahl der Option aber nicht beim Zeitpunkt der Entscheidung dem Kunden zur Verfügung. Er kann also entsprechend vorher aktiv mit dem Kunden über die Wünsche zum Vertragsende sprechen und den Kunden mit entsprechender Vorteilsargumentation zum Neuabschluss bewegen.
Dies klappt nicht immer, aber immer wieder.

- Die Leasingdauer in Deutschland ist durch den Leasingerlass begrenzt. Diese beträgt maximal 64 Monate. Die meisten Leasingvertäge werden aber mit 24-48 Monaten geschlossen.
Der Schnitt liegt knapp unter 36 Monaten.
Die Umschlagshäufigkeit pro Kunde steigt also bei den Kunden, die leasen anstelle zu finanzieren oder barzukaufen und ihren Vertrag revolvieren, heisst einen Anschlussleasingvertrag tätigen.

UM ES KLAR ZU MACHEN, WARUM ES LEASING ÜBERHAUPT GIBT:

=> Unterstellt man,
dass ein Barkäufer nach (im Schnitt) 4,5 Jahren seinen Neuwagen durch einen Neuwagen ersetzt. (das kommt nicht immer, aber immer wieder vor...)

=> Unterstellt man,
dass ein Leasingkunde nach 3 Jahren zum Wiederholungstäter wird. (Auch das kommt nicht immer, aber immer wieder vor)

=====> Dann kommt man der Lösung näher, warum Leasing geboren wurde.
[endlich wird er konkret :-) ]

Erster massgeblicher Grund:

In einem Zeitraum von 9 Jahre gelingt es dem Neuwagen-Händler im Schnitt

a.) an einen eingefleischten Barkäufer 2 ( in Worten zwei) Neuwagen zu verkaufen.

b.) an einen überzeugten Leasingkunden 3 ( in Worten genau 1 Auto mehr - das sind 50% zusätzlich) zu verleasen.


Zweiter - genauso massgeblicher - Grund

beim Leasing kann man zeitpunktgerichtet optimiertes Marketing betreiben, da der potenielle Wechseltermin vom alten auf ein neues Auto bekannt ist.
Und zwar dem verleasenden Händler, der Leasinggesllschaft und dem Kunden - aber nicht dem Wettbewerber. Beim Kauf oder der Finanzierung ist es hingegen nur dem Kunden alleine bekannt.

Summary:

Hat der Hersteller und der Händler durch Leasing die Chance, mehr Autos zu vertreiben, wird er Leasing als Produkt fördern.

Durch die höhere Absatzzahl in einer Periode ( da die Haltedauer reduziert ist), kann Hersteller und Handel auf einen Teil der Marge pro Fahrzeug verzichten und verdient in der Periode immer noch besser an der Summe der Leasingautos als an den gekauften Fahrzeugen.

In den ersten drei Jahren sind die Kunden in der Werkstatt loyaler, auch diese Erträge sprechen für die redutkion der Haltedauer und somit Leasing. Was nützt die grosse Verschleissreparatur nach 5 Jahren, wenn sie niccht mehr beim Vertragshändler ausgeführt wird?

Was ich sage: Leasing macht Hersteller und Handel richtig Spass, denn es bietet Kunenloyalität und Deckungsbeitrag.

Bleibt nur das Problem: Der Kunde.

Schöne Marketing-Kampagnen, Vorteilsargumentation und Visualisierung der "kleinen" Rate reicht unter Umständen nicht aus, den Kunden zu begeistern.

Da Hersteller / Händler aber - wie schon mehrfach gesagt - die Chance haben, 50% mehr Fahrzeuge in derselben Periode zu vermarkten, ist es dem Hersteller möglich, mit weniger Ertrag pro Fahrzeuge innerhalb der Periode trotzdem mehr zu verdienen.

Weniger Ertrag für Hersteller / Händler bedeutet für den Kunden: Weniger für das Fahrzeug zu zahlen....

Und genau hier fängt es an für den Autokäufer spannend zu werden.

Wer es bis hierher geschafft hat, meine - ich gebe es zu - nicht kurzgefassten Gedanken zu verfolgen, kommt hoffentlich zu dem Schluss, dass Stammtisch-Polemik und Motor-Talk-Threads nicht ausreichen, der ganzen Thematik sinnhaft zu begegnen.

Für alle die, die Leasing-Angebote in Erwägung ziehen und kritisch prüfen - für genau diese Leser sei dieser Blogg.
Wobei ich nie sagen werde, dass leasing immer oder nie geeignet ist. Am Schluss steht die Aufgabe, das einzelne Angebot sorgsam zu prüfen.